Sonntagmorgen den 28.09., kurz vor 10. Bewegte Wochen liegen im Jugendbereich hinter uns. 7 Jahre lang waren wir nun gemeinsam mit unserem Jugendpastor Matthias Lederich unterwegs. Anfang September haben wir noch gemeinsam eine Wohnwoche erlebt und die Gemeinschaft genossen. Eine Woche später packten wir tatkräftig beim Umzug mit an, eine weitere Woche später begrüßten wir bereits unsere kenianischen Praktikanten Brian Omondi und Andrew Njenga in der Jugend, die nun die Wohnung von Matthias bezogen haben, und heute sitzen wir gemeinsam hier im Gottesdienst, um uns das letzte Mal und offiziell in der großen Runde von Matthias zu verabschieden. Die Reihen 2 bis 5 im Mittelblock sind reich mit Jugendlichen gefüllt, der ganze Saal ist ziemlich voll, und wir sind gespannt, was uns heute erwarten wird. Judith Lepp führt uns durch den Gottesdienst, die musikalische Verabschiedung Matthias Lederich Gestaltung übernimmt das Jugend – Musikteam, das extra seinen Dienst getauscht hat, um heute zu spielen.
Nach einigen Worten von Judith, einem Lied und einer kurzen Vorstellung von Brian und Andrew, die sie übrigens sehr gut auf Deutsch gemeistert haben, übernehmen Elias Marczinowski und Vincent Gottschick das Mikro. Elias übernimmt in Zukunft die Leitung der Jugend, Vincent die Leitung des Teenkreises. Sie leiten einen kleinen Verabschiedungsblock ein, in dem sich Jugend und Teenkreis nochmal an die gemeinsame Zeit mit Matthias erinnern und danke sagen wollen. Ein kleines Video mit verschiedenen Foto- und Videosequenzen (danke an Leon Wittlif fürs Schneiden!) gibt Einblicke in die gemeinsame Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Anschließend lassen uns Jonathan Gottschick, Fabrice Lepp und Michi Gottschick an Erfahrungen aus ihrer Zeit mit Matthias teilhaben. Es bewegt mich, Einblicke in die Spuren zu erhalten, die Matthias in ihren Leben hinterlassen hat. Mir wird wieder mal bewusst: Es war ein großer Segen für uns, dass Matthias hier war, und er wird fehlen. Wir können nur hoffen und beten, dass Gott auf seine Weise diese Lücke gut schließen wird. Ein kleines Geschenk bekommt Matthias auch noch. Nachdem wir ihm bereits im Rahmen der Wohnwoche ein Buch mit persönlichen Abschiedsgrüßen überreicht haben, bekommt er nun noch ein T-Shirt, auf dem alle Teens und Jugendlichen unterschrieben haben. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an Charlotte Gottschick, die sich um das T-Shirt gekümmert hat.
Der Biblische Unterricht (BU) darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. Steffi Lambrecht, die die letzten Jahre gemeinsam mit Matthias den BU gestaltet hat, und ihr Mann Stephan richten in ihrer unverwechselbaren Art ein paar Worte an Matthias. Als kleines Geschenk bekommt er seine Tasse vom Frühgebet geschenkt. Auch hier wird deutlich, dass er geprägt hat, Wegbegleiter war und Spuren hinterlassen hat.
Nun wird es Zeit, dass Matthias selbst zu Wort kommen darf. Dies wird der wohl emotionalste Teil des Gottesdienstes sein. Matthias nimmt sich Zeit, nochmals zurückzuschauen und dankt ganz besonders seinen wichtigsten Wegbegleitern. Es ist berührend zu hören, wie viele Menschen ihm hier ans Herz gewachsen sind, die mit ihm unterwegs waren, für ihn da waren und ihn prägten. Hier und da hört man Leute bewegt schniefen, inklusive mir, und auch Matthias ist zum Ende seiner Worte sichtlich gerührt. Ja, es war eine gute Zeit. Und manchmal auch eine schwere. Aber wir haben sie gemeinsam gemeistert, und ich hoffe, dass es das ist, was uns in Erinnerung bleiben wird.
Anschließend nimmt uns die Band mit in den Lobpreis, eine Zeit, um das Gehörte sacken zu lassen und vor Gott zu kommen, mit ihm ins Gespräch über das zu gehen, was grade in jedem Einzelnen bewegt wurde, und ihn anzubeten. Danach dürfen wir dem Gastprediger und Vertrauenspastor des OWL-Kreises, Emanuel Krenz in der Predigt zum Thema „der Herr ist Friede“ folgen.
Es folgt eine Zeit des Gebets und Segens. Zuerst wird Matthias von der Gemeindeleitung ausgesegnet, mit Dank an unseren großen Gott für die gemeinsame Zeit und sein Wirken in dieser Zeit, und mit der Bitte, nun Matthias auf seinem weiteren Weg in Augsburg zu begleiten. Danach kommen die neuen Leiter der Jugend (Elias), des Teenkreises (Vincent) und des BUs (Heike Preußer) auf die Bühne. Auch für diese betet die Gemeindeleitung, um Gottes Wirken, seinen Segen in den kommenden Aufgaben und die Fähigkeit, sich von ihm gebrauchen zu lassen.
Nach einigen weiteren Liedern, der Verabschiedung und dem Segen von Judith ist der Gottesdienst zu Ende. Es folgen angeregte Gespräche und das gemeinsame Mittagessen. Matthias ist für die nächsten 3 Stunden dauerhaft gefragt, viele wollen nochmals ein paar persönliche Worte zum Abschied mit ihm wechseln, danke und auf Wiedersehen sagen. Gut, dass es da Leute gibt, die darauf achten, dass er trotzdem noch etwas vom Nachtisch abbekommt, bevor alles alle ist. Es dauert bis in den Nachmittag hinein, bis die letzten sich verabschiedet haben.
Und so endet ein bewegtes, gemeinsames Kapitel. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir uns im Jugendbereich daran gewöhnt haben, dass Matthias nun nicht mehr da ist; bis sich die neuen Strukturen etabliert, neue Routinen und Dynamiken entwickelt haben. Wir schauen hoffnungsvoll nach vorne, denn wir wissen, dass Gott gut ist, und wenn er sagt, dass es Zeit für diesen Wechsel ist, dann wird er uns auch die Möglichkeit geben, daran zu wachsen und dadurch gesegnet zu werden. Und trotzdem freuen wir uns über jeden, der immer wieder im Gebet an uns denkt und mit uns dafür einsteht, dass unabhängig von irgendwelchen Personen, Gott im Mittelpunkt der Jugendarbeit steht.
Inga Marie Habeck










