Liebe Gemeinde, nun beginnt langsam schon die Winterzeit, und wir können bald schon wieder unsere dicken Jacken rauskramen; ich würde mit euch aber gerne noch einmal einen Ausflug zurück in die Sommerferien dieses Jahres machen.
Denn auch dieses Jahr durfte wieder das SOLA stattfinden, diesmal mit dem Thema „Zelle 25“. Mit rund 100 Teilnehmern pro Woche und vielen Mitarbeitern durften wir für zwei Wochen gemeinsam auf dem Grennerberg zelten und viele schöne Erinnerungen sammeln.
Im Fokus stand dieses Jahr die Freiheit, die wir allein durch Jesus Christus in unserem Leben erlangen.
Genau deshalb kamen wir alle als Gefangene am Grennerberg an und bekamen, ohne genau zu wissen, weshalb, das Urteil „lebenslänglich“. Mit einem Hindernisparcours und einer Rede des Justizvollzugsdirektors wurden wir gemeinsam mit den anderen Teilnehmern begrüßt und in unsere neuen Zellenblöcke eingeteilt. Doch wir merkten schnell, dass wir zu einem ungünstigen Zeitpunkt ankamen, da der Justizvollzugsdirektor und seine Beamten sich nun um uns kümmern mussten und keine Zeit mehr hatten, an diesem Abend, ihre geliebten Nachtschattengewächse zu ernten.
Nach einem leckeren Abendessen, einem Lobpreisabend und einer Andacht im großen Zelt, haben wir uns als Zellenblöcke überlegt, dass wir die Nachtschattengewächse für den Justizvollzugsdirektor ernten werden, damit wir einen guten Eindruck hinterlassen. Unsere Idee war es, durch gute Führung freizukommen. Doch schon bald merkten wir, dass nicht einmal der Vorzeigehäftling, der unserem Direktor sogar die Schuhe geputzt hatte, so die Freiheit erlangte.
Passend dazu haben wir in den Andachten abends im großen Zelt gelernt, dass es so auch in unserem Leben aussieht: Gute Taten und gutes Benehmen reichen allein nicht aus, um Gott zu gefallen und Freiheit zu erlangen. Denn niemand von uns ist ohne Sünde, und niemand kann sich durch gute Taten von diesen befreien.
Je länger wir im Gefängnis blieben, desto mehr wollten wir in die Freiheit. In den Anspielen wurde immer deutlicher, wie ungerecht die Wärter waren, und auch der Direktor machte uns in seinen Ansprachen immer wieder klar, dass wir (angeblich) zu Recht in diesem Gefängnis seien. Der Einzige, der sich für uns einsetzte, war der Wärter John. Er achtete darauf, dass wir gerecht behandelt wurden und stand für uns ein. Doch aufgrund falscher Anschuldigungen wurde er vom Justizvollzugsdirektor vor allen zum Häftling degradiert und war nun scheinbar einer von uns.
Nun war uns umso mehr klar: hierzubleiben ist keine Option! Wir fassten den Entschluss in der Nacht auszubrechen. Doch wohin sollten wir gehen?
Wir hörten uns um und erfuhren, dass es angeblich einen Ort geben soll, an dem alles viel besser sei als hier, und zwar FREIBERG. Außerdem würde es Leute geben, die uns unterwegs mit der Verpflegung helfen würden. Nachdem diese Dinge geklärt waren, mussten wir uns nur noch überlegen wie wir wohl am besten ausbrechen können. Durch ein paar Streiche, wie z.B. die Verwüstung des Büros des Justizvollzugsdirektors, ließen wir uns in Einzelhaft schicken und gruben in dieser Zeit heimlich Löcher, um später unter dem Bauzaun herauskriechen zu können.
In einem günstigen Moment schlichen wir uns nun, mit unseren gepackten Sachen, ganz still und leise davon. Wir wanderten ein Stück, machten Rast im Wald und gingen dann immer weiter Richtung Freiberg. Unterwegs gaben wir uns als Wärter auf einer Weiterbildungsmission aus und bekamen so ein leckeres Mittagessen. Gestärkt und mit guter Laune gingen wir immer weiter. Am Nachmittag erreichten wir dann endlich den Bus, der uns die letzten Stunden nach Freiberg fahren sollte. Nun schien alles in Ordnung, wir saßen im Bus und hatten es fast geschafft. Endlich Freiheit…
Doch dann merkten wir schon nach einigen Minuten, dass die Strecke uns ganz schön bekannt vorkam. Dies war nicht der Weg nach Freiberg, dies war der Weg zurück ins Gefängnis. Die Wärter hatten uns aufgespürt und mit einem Trick allesamt zurückgebracht. Die Stimmung war gekippt, und zurück im Gefängnis wusste keiner so richtig, wie es jetzt weitergehen würde. Am Abend dann hielt der Justizvollzugsdirektor eine klare Ansprache, einer der Blockvorsteher müsste für unsere Schuld geradestehen, doch gerade, als er einen auswählen wollte, meldete sich John zu Wort. Er wolle sich für uns opfern, er als unschuldiger Häftling, der Einzige von uns, der wirklich unschuldig war, stellte sich bereit, damit keiner von uns die Schuld tragen müsste. Dies freute den Direktor umso mehr, denn er konnte John von Anfang an nicht leiden. Mit einem Lächeln führte er ihn ab. Es wurde ganz still um uns, denn keiner wusste so wirklich, was er sagen sollte.
John nahm als einziger Unschuldiger alle Last auf sich – und im gleichen Moment fielen alle Bauzäune. Das Gefängnis hatte seine Macht verloren. Wir waren frei, und der Justizvollzugsdirektor sowie all seine Wärter flohen.
Durch diese bildliche Darstellung lernten wir in Andachten und den stillen Zeiten: So wie John für unsere Fehler und unser schlechtes Verhalten einstand, so stand auch Jesus, im echten Leben, für jeden einzelnen Fehler von uns ein. So wie John verachtet und zu Unrecht verurteilt wurde, wurde auch Jesus – ohne jegliche Schuld – verurteilt. Und nicht nur das: Jesus nahm all unsere Sünden auf sich, starb am Kreuz und besiegte durch seine Auferstehung den Tod. Er schenkt uns Freiheit – eine Freiheit, die wir uns selbst weder verdienen noch erarbeiten können.
Es ist eine unverdienbare Gnade und das größte Geschenk, das es gibt. Wir dürfen es voller Freude annehmen und uns sicher sein, dass er uns liebt.
Doch die SOLA-Woche war noch nicht ganz vorbei, denn am nächsten Morgen bekamen wir Besuch von einem Anwalt. Dieser erklärte uns, dass wir nun freigesprochen sind, und am Abend gab er uns unsere Häftlingsausweise mit dem Urteil „lebenslänglich FREI“, zurück.
Daraufhin feierten wir voller Freude eine große Party im Essenszelt. Als freie Leute packten wir am nächsten Morgen unsere Sachen, um nach Hause zu gehen. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass einige von uns als neue Kinder nach Hause gingen, und zwar als Kinder Gottes!
An dieser Stelle möchten wir uns als Mitarbeiterteam von Herzen für eure ganze Hilfe bedanken! Danke, dass ihr uns im Gebet mitgetragen habt. Danke, dass ihr beim Aufund Abbau so fleißig geholfen habt und danke für die vielen, leckeren Kuchen 🙂
Wir freuen uns auf das nächste Jahr in Gallien mit euch, denn nächstes Jahr heißt es: „Wir schreiben das Jahr 50 vor Christus. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt… ganz Gallien?“
Seid gerne dabei uns lasst euch überraschen, den Trailer für nächstes Jahr findet ihr auf YouTube 😉
Laura Sophie Rose
Die Termine für 2026 sind:
- Aufbau: 25.07. – 27.07.
- Teens- SOLA: 28.07. – 04.08.
- Kids- SOLA: 06.08. – 13.08.
- Abbau: Ab dem 13.08.









