Identität und Berufung, wer bin ich, und wofür bin ich eigentlich hier, diese beiden Fragen haben uns bewegt beim Frauenfrühstück. Doch zunächst mussten einige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, das größte war eigentlich gar nicht so groß, und es war definitiv jemand, der seine Berufung verfehlt hat. Ein Marder hatte sich vor einiger Zeit eingeschlichen in die Zwischendecke zum alten Saal, und nachdem dieser schön eingedeckt worden war für das Frühstück am Freitagnachmittag, stellte das Team der Frauenarbeit fest, dass da ein gewisser Geruch in der Luft lag. Aus dem Marder war nämlich in der Zwischenzeit eine stinkende „Marder-Saurus-Rex“-Mumie geworden, die dann von zur Hilfe gerufenen Mutigen gefunden und dankenswerterweise entfernt wurde. Das führte dazu, dass noch mal alles umgeräumt werden musste und wir in den deutlich besser riechenden großen Saal umgezogen sind. Ein großer Dank an alle, die das kurzfristig noch möglich gemacht haben, und die den am nächsten Morgen erschienenen Frauen eine ziemlich fiese Geruchsattacke erspart haben. So stand einem schönen Vormittag erstmal nichts mehr im Wege.
Und schön wurde er. Dazu hat nicht nur das tolle und reichhaltige Mitbring-Buffet beigetragen und die schöne Musik (Rebekka Behrends – einfach wundervoll), sondern auch Annette Pogorelow, die geladene Rednerin. Überzeugend stellte sie den Zusammenhang dar zwischen Identität, wer wir sind und was uns ausmacht, und dem, zu dem Gott jeden Einzelnen von uns berufen hat. Identität und Berufung, beides einzigartig von Gott geschaffen, gehören zusammen und beides hat Gott – wie ein kleines Samenkorn – in jeden von uns hineingelegt. Der Frühling ist die Zeit, wo wir entdecken, was da vorbricht aus der Erde, was wächst und aufblüht. So hat auch Gott in jeden von uns eine einzigartige Berufung gelegt. In Johannes 15,16 steht, dass wir dazu bestimmt sind, Frucht zu bringen, eine Frucht, die bleibt, Ewigkeitswert hat.
Wir wissen eigentlich um unsere Identität in Christus, aber wie schnell verlieren wir die himmlischen Maßstäbe aus dem Blick und legen menschliche an, wobei wir meist nicht so gut abschneiden. Aber jeder von uns spiegelt eine Facette von Gottes Würde und von Gottes Wesen wider. Gott hat einen Teil von sich, einen Schatz, in dich hineingelegt, der dann besonders zum Vorschein kommt, wenn ein Mensch die ihm von Gott gegebene Berufung lebt. Gemeinde besteht aus vielen, sehr unterschiedlichen Mitgliedern mit unterschiedlichen Gaben – das, was du gerne und gut tust, und jede davon ist wichtig für den gesamten Leib. Also, so Peter Altenberg: Sei, der du bist! Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Um dem auf die Spur zu kommen, was die von Gott in jeden einzelne hineingelegte Berufung ist, gab es eine kurze Einzel- und Gruppenarbeit zu den Fragen: Was hast du gerne als Kind gespielt, was hat dich gefreut oder dich lebendig gemacht, was hast du wirklich gerne gemacht als Kind? Erwachsene tendieren manchmal dazu, das zu vergessen, aber Gott vergisst nie, was für ein Samenkorn er in Dich hineingelegt hat, um dieses Fleckchen Erde, auf dem Du lebst, mit seinem Licht zu erfüllen.
Wir vom Team Frauenarbeit freuen uns sehr, dass sich so viele (auch Kirchendistanzierte) haben einladen lassen, und wir uns zusammen einen intensiven und wertvollen Vormittag lang mit diesen Fragen auseinandersetzen durften, Fragen, die eigentlich jeden bewegen und zum Weiterdenken einladen:
Wofür wurde ich geschaffen? Wie sieht Gott mich und was hat er in mich hineingelegt? Was macht mich lebendig und weckt meine tiefste Leidenschaft?
Spannende Fragen, die uns helfen zu verstehen, was „dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“ praktisch meint.
Der Feind kann uns nicht aus Gottes Hand rauben, aber die Berufung und Träume, die Gott in uns hineingelegt hat, schon, wenn wir sie geringachten. Deswegen hat Annette Pogorelow dazu herausgefordert, diesen Traum und die Berufung Gottes zu leben und dafür Hindernisse zu überwinden. Hindernisse, die uns davon abhalten wollen, unsere Gaben zu entdecken und mutig einzusetzen, wie Selbstunsicherheit und Minderwertigkeitsgefühle, die tödliche Falle des Vergleichens und Ablenkungen. Also finde heraus, welches Samenkorn Gott in Dich hineingelegt hat, denn „The Glory of God is man truly alive.“ (Irenäus) Die Herrlichkeit Gottes ist der wahrhaft lebendige Mensch.
Um mehr über die einzigartige Identität und Berufung, die Gott in uns hineingelegt hat, herauszufinden, wollen wir noch einen Workshop – Tag anbieten mit Anette Pogorelow, vermutlich im September.
Juliane Schick










